52. Mehl…! Und WC-Papier turmhoch!

Es gibt Mehl!

Heute haben wir wieder ein paar Lebensmittel gekauft. Wir haben zum ersten Mal in den ganzen 4 Wochen des verordneten Shut-downs Mehl in den Regalen angetroffen. Nicht viel (es war immerhin bereits 13 Uhr), aber von den 5 Paketen konnte ich eines kaufen. Wir werden noch 7 Wochen (hoffentlich nicht noch länger), in Auckland wohnen bleiben. Heute mussten wir zum ersten Mal nicht lange anstehen, um einzukaufen, sondern konnten direkt in den Laden marschieren.

Und gleich beim Eingang waren Berge von WC Papier aufgetürmt… Mehl und Toilettenpapier sind so richtig zum Symbol geworden, dass es von allem genug hat. Eigentlich sind sie schon fast zu Luxusartikeln mutiert! Wir sind froh, dass wir in der grössten Stadt in Neuseeland gelandet sind und nicht irgendwo in der „Pampa“. In Auckland war für uns Ausländer alles etwas holprig, aber wir hatten keine ernsthaften Probleme. In kleinen Orten hängen gebliebene Touristen klagten über schlechte Versorgung, Anfeindungen und unnötige Rationierungen. Die Kleingeschäfte waren vollkommen überfordert. Die Folge waren leere Gestelle und Preise, die trotz aller Vorsichtsmassnahmen der Behörden in den Himmel schossen. Jetzt, wo das Ende der strengsten Zeit absehbar ist, scheinen alle entspannter zu sein. Die Leute wirken freundlicher. Sogar das TV Programm sendet nicht mehr krampfhaft „heile Welt“-Beiträge und „ach-wir haben-einander-so-lieb“- Geschichtlein. Plötzlich werden vereinzelt Stimmen laut, die kritisch fragen, ob das Heilmittel letztlich nicht schlimmer gewesen sei als die Pandemie selbst? Man spricht davon, eine „Herdenimmunität“ anzustreben. Das hätte ohne Unterbruch ein normales Leben ermöglicht und keine derartigen Verluste für die Wirtschaft bedeutet. Andere wieder lachen über diese Vorstellung, denn eine „Herdenimmunität“ sei erst nach 25 Jahren gegeben. Nicht daran zu denken, wie viele Opfer das bedeuten würde.

Röhre am Hafen in Auckland.

Die lang erwartete Ankündigung der Ministerpräsidentin wurde heute Nachmittag, nach vier Wochen Lock down, zur Wirklichkeit. Der strengste Level 4 kann gesenkt werden auf Level 3. Das bedeutet, man darf sich wieder regional bewegen, Baugeschäfte dürfen wieder arbeiten, Schulen öffnen, es gilt aber weiter das Motto „stay home“. Nochmals 2 Wochen später soll der Level 2 eingeführt werden. Die vorsichtige Öffnung kommt später als erhofft und es bleibt weiter ungewiss, wann ein einigermassen normales Leben aufgenommen werden kann.

Selfies machen Spass

Die Zahl von Covid-19 Kranken in Neuseeland ist immer unglaublich tief geblieben. Insgesamt 86 305 Tests wurden bis heute durchgeführt. Dadurch wurden 1440 Fälle gefunden. Es gab spektakulär wenig Todesopfer, nur 19 sind zu beklagen. Und bei den Opfern ist zu fragen, ob sie mit Corona gestorben sind oder wegen Corona. Heute gibt es praktisch keine neuen Fälle mehr. Wir können hier herumspazieren und sicher sein, das wir vielen Krankheiten begegnen, aber nicht Covid-19.

Methodistenkirche an bester Lage zum Verkauf. Es ist traurig zu sehen, wie gefährdet Kirche auch hier ist. Nur etwa 50% der hiesigen Bevölkerung steht zum christlichen Glauben.
For sale sind auch viele der Schiffe im Hafen von Auckland, hier ist es die gesamte Reihe.
Es werden stolze Preise gefordert

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