50. In Neuseeland bleibt es bei wenig Covid-19 Fällen

Es tönt bedrückend, wenn die neuesten Daten zu Covid-19 ausgestrahlt werden. Italien, Spanien und die USA liefern erschreckende Zahlen. Die Bilder völlig überfüllter Spitäler, von erschöpftem Personal und verzweifelten Menschen werden regelmässig in den News von Neuseeland ausgestrahlt.

Es zieht uns immer wieder zum Hafen und dem Meerufer bei unseren Spaziergängen

Für uns gilt vorerst ein absoluter Reisestopp. Wer auf den Strassen unterwegs ist, wird von der Polizei angehalten, überprüft und gebüsst, wenn er nicht nachweisen kann, dass er oder sie aus einem gewichtigen Grund unterwegs ist. Wir warten in Auckland ab, dass die erste Covid-19 Welle abflaut bevor wir zurück in die Schweiz reisen. Wird das noch im April sein? im Mai oder erst im August? Inzwischen spricht man von 3 Covid-19-Wellen, die in den kommenden 14 bis 24 Monaten soziales Leben schwierig machen würden und reisen kompliziert.

In Auckland gibt es viele Pärke, das Wetter ist warm und wir geniessen die Herbstsonne

Es ist in Neuseeland überall ruhig. Ein bisschen langweilig insgesamt. Aber wir fühlen uns trotzdem wohl hier. Wie lächerlich scheinen nun die Hochrechnungen der vergangenen Jahre in der Schweiz wegen einer möglichen AHV Unterfinanzierung. Es sieht aus heutiger Sicht wie ein winziges Problem aus, verglichen mit den unvorstellbaren Geldsummen und der Komplexität der Finanzsituation aufgrund von Covid-19.

Unser Tagesablauf im Lock down hat ein Alltagsgesicht bekommen. Aufstehen, gemütlich frühstücken, lesen, schreiben, lernen, 2 Stunden laufen, hin und wieder einkaufen. Das Mittag- und Abendessen haben wir zu einer einzigen Mahlzeit zusammengezogen, abends schauen wir im TV Nachrichten, Edlef arbeitet an seiner Appidee und ich beisse mir die Zähne aus am Bulgarisch Lernen.

In 3 verschiedenen Schlangen stehen die Menschen an. Die Warterei dauert auch jetzt noch 1 Stunde und mehr, bis man tatsächlich im Laden steht und einkaufen kann.

Es ist ausserordentlich ruhig. Aber in der Schweiz wäre es nicht viel anders. Die Möglichkeit, Bücher via Tolino und Kindle herunterzuladen, sind genial. Wir holen die Lektüre vieler Klassiker nach: Der fliegende Holländer, Gesamtwerke von Sir Arthur Conan Doyle, wir können „Schwergewichte“ wie Eugen Drewermann endlich mal nicht im Schnelldurchgang, sondern richtig genüsslich und intensiv lesen. Nächste Woche darf man den Wohnort wechseln, ohne gebüsst zu werden. Wir wollen unser Studio mit einer 2 1/2 Zimmer-Wohnung tauschen. Auch sie ist schlicht, erlaubt uns aber etwas mehr Bewegungsfreiheit. Edlefs grosser Traum, seine Jugendfreunde in den USA zu besuchen, musste er begraben. Sie sind zwar überzeugt davon, bereits anfangs Mai sei eine Reise möglich, wir aber sind vorsichtig. 3x sind unsere Flüge im letzten Moment gecancelt worden, jedes Mal mit Kostenfolge, das reicht uns. Unser Flug zurück in die Schweiz ist am 10.Juni. Wir müssen eine komplizierte Route nehmen und werden erst nach rund 50 Stunden in der Schweiz ankommen. Das Ticket musste sich nach heutigen Möglichkeiten richten und ist darum lang und kompliziert geworden.

Heute ist Ostern

Sogar Ostergrüsse werden angesichts von Covid-19 sarkastisch formuliert
Der Osterkorb unserer Kinder. Sie haben uns das Bild per Whatsapp geschickt

Der alte Ostergruss heisst: Christus resurrexit vere. Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden Er macht Mut, gelassen zu bleiben. Das Wesentliche ist an Ostern geschehen. Der Tod ist überwunden. Er ist wahrhaftig überwunden.

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