46. Eine tolle Abschlusszeit und Covid-19

Redwood Forest

In der vergangenen Woche waren wir in Rotorua. Nahe beim ländlichen Städtchen gibt es spektakuläre Thermalquellen und Wälder. Wir machten im Redwood Forest eine Wanderung und staunten. Der Wald sieht aus, als würde er seit Jahrhunderten dort wachsen. Aber was heute enorme Baumriesen sind, wurde erst vor rund 70 Jahren als winzige Setzlinge aus den USA importiert und gepflanzt. Sie haben sich zu einem unglaublichen Mammutwald entwickelt.

Hell’s gate: Kochend heisse Seen, 40 Grad warme Wasserfälle und einen kleinen, schnell wachsenden Vulkan

Die „Hell’s gate“ waren ein dampfender, blubbernder Höhepunkt. Die Hell’s gate bestehen aus einer ganzen Landschaft voller Heisswasserquellen und Seelein. Es riecht überall nach Schwefel und raucht Tag und Nacht vor sich hin. Zu einem Aufenthalt in Rotorua gehört auch ein Besuch bei den Maori. Wir kauften uns ohne grossen Enthusiasmus den Eintritt für einen Maori-Kennenlernabend. Der Abend begann mit einem dramatischen Empfang und vielen Liedern. Dann wurden alle Besuchenden durch einen Stationenweg geführt, wo in traditionelle Tänze, Handwerke und in die Weltsicht der Maori eingeführt wurde. Dann strömten wir Besuchenden zum festlichen Essen in ein Langhaus. Auch da gab es feierliche Kurzansprachen, als wären wir keine Kunden, sondern hoch geschätzte Gäste. Eigentlich mögen wir so offen Touristisches nicht. Aber hier ging die Rechnung für alle auf: Wir Touristen erhielten Einblick in die Kultur der Maori und diese hatten gute Verdienst- und Profilierungsmöglichkeiten. Es machte rundum Spass.

Maori Folklore. Im „Normalleben“ ist dieser Darsteller Lehrer. Die Gesichtsbemalungen sind keine Tatoos, sondern abwaschbare Farbe. Sie wollen ihre Traditionen bewahren, aber auch Teil der heutigen Gesellschaft sein. Es gelingt ihnen hier erstaunlich gut.

Sich seine eigene Therme schaufeln

Hot waterbeach bei Ebbe. Kommt die Flut, so wird alles weggespült, aber bei der nächsten Ebbe beginnt das Buddeln und fröhliche Baden neu.

Seit 4 Tagen sind wir auf der Coromandelhalbinsel. Es hat hier tolle Wandermöglichkeiten, vor allem aber hat uns die Hotwater Beach angezogen. Wir packen bei Ebbe die Sandschaufel, rennen an den Strand und buddeln dort wie viele andere ein eigene Wanne in den Sand. Manchmal trifft man nur auf kaltes Wasser. Dann plötzlich sprudelt es viel zu heiss aus dem gegrabenen Loch. Und hat man Glück, stösst man auf das erhoffte, angenehm warme Thermalwasser, das ein gemütliches Baden im Sandloch garantiert. Vor kurzem war der Strand noch ein Geheimtipp. Inzwischen haben ihn viele Touristen für sich entdeckt und geniessen diese Laune der Natur. Viele Deutsche sind da, die erst frisch aus Europa eingereist sind. Beim Schaufeln kommt man ins Gespräch und ganz zuvorderst stehen die Gerüchte und Fragen wegen der neuen Aufenthaltsbedingungen aufgrund von Covid-19. Oft hören wir, dass sich die Neuankömmlinge nicht an die 14-Tage Selbst-Quarantäne-Regelung halten können. So einfach „Quarantäne“ tönt, was sollen Familien im einen Hotelzimmerchen mit den Kindern tun? Oder Backpackers, welche die korrekt angetretenen Ferien schon bezahlt haben, für die aber genau an den angepeilten Stationen kein Quarantäneaufenthalt möglich ist? „Und“, meinte eine junge Frau süffisant,“das sollen uns die Jugendherbergen erst mal nachweisen, dass wir eben erst gekommen sind…“

Cathedral Cove
Auf dem Weg nach Auckland hielten wir im Waipua Forest an. Es ist einer der grösste der national geschützten Bestände von Kauri Bäumen. Dort steht auch der „Vater des Waldes“, der Te Matua Nghere. Es sind uralte Bäume im Alter bis zu 3000 Jahren.

Und plötzlich geht alles bestürzend schnell

Ab heute, dem 15.März um Mitternacht, müssen alle, die ab 2. März von aussen zugereist sind, in eine 14-tägige, selbst verantwortete Quarantäne gehen. Das wurde von Jacinda Ardern, der Premierministerin von Neuseeland, per TV-Ansprache mitgeteilt. Wir haben bereits ein Anschreiben von unserer nächsten Station, einem Hostel in Auckland bekommen, in dem wir darum gebeten wurden, unsere Buchung rückgängig zu machen, denn Quarantäne sei in günstigen Motels und Jugendherbergen nicht möglich. Dort werden Küche, Essraum und Toiletten von den Gästen geteilt. Uff. Glück gehabt. Wir sind bereits seit dem 28.Februar in Neuseeland, gehören also nicht zur Zielgruppe „Quarantäne“. Wichtig ist den Behörden auch, dass wir vorher weder in China noch im Iran waren… Aber wie soll es weitergehen? Wir haben für Ende Woche ein Flugticket nach Tahiti und müssen, um dort einreisen zu können, am Dienstag einen Covid-19 Test durchlaufen. Nur mit einer medizinischen Bestätigung, dass wir Covid-19 nicht haben, dürfen wir in Tahiti einreisen. Täglich ändern die Vorgaben und unser Pass ist im Moment wegen der schlechten Covid-Werte in der Schweiz wenig hilfreich. Schritt für Schritt zu schauen, was geht, ist wohl die einzige Möglichkeit, die uns bleibt. Als nächstes steht auf unserem Programm: Covid Test in Auckland. Angemeldet dafür haben wir uns schon.

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