
Wer beim „Mount Doom“, dem ‚Berg des Verhängnisses‘, war, wird Hobbiton nicht auslassen. Wir reisten von Rotorua zu diesem Drehort von „Herr der Ringe“ und waren entzückt. Da standen lauter „Tiny Houses“, die zwar nicht tatsächlich bewohnt werden können, die aber weit mehr als die Kulisse für das Epos bedeuten. Sie sind eine Inspiration für umweltverträgliches Wohnen mit ihren bewachsenen Dächern und den kleinen Gärten. Aber für viele Menschen hier ist die technische Vision nicht wichtig. Dieses Filmdörfchen steht als Erinnerung an einen Höhepunkt in ihrem Leben. Viele der Reiseführer hatten Statistenrollen im Hobbit Dörfchen für den Film ‚Herr der Ringe‘: „Wir alle waren bei den Dreharbeiten so fröhlich und solidarisch – ich jedenfalls bin zu 100% wie eine Hobbitfrau!“ schwärmte eine Reisebegleiterin,“ich bin immer gut aufgelegt und anderen zu helfen, gehört zu mir.“ Sie ist sichtlich bewegt von ihren Erinnerungen.

Im 10-15 Minutentakt fahren grosse Busse vom Sammelplatz in Matamata ab und führen jeweils 50 Gäste ins Kulissendorf „Hobbiton“.

Auch wir stiegen ein und hörten aus der Drehzeit verschiedene Anekdoten, vor allem aber liefen wir im Dörfchen herum und konnten die detailgetreuen Bauten bestaunen. Ron, der Reisebegleiter, zeigte auf einen wunderschön verdrehten Baum. „Alles künstlich“, strahlte er. Damit der Baum in einen früheren Teil der Geschichte passte, mussten sie ihn künstlich verjüngen. Sie hackten den Originalbaum ab und rekonstruierten ihn jünger. So steht nun ein perfekter Plastik-Metallbaum neben dem Haus des Bürgermeisters von Hobbiton. Ron fuhr weiter mit seinen Anekdoten: Das Schlüsselgespräch von Gandalf und Bilbo findet am Abend vor dem Aufbruch der Helden statt. Alles sollte im Sonnenuntergang gefilmt werden. Dazu stand Bilbos Haus aber falsch. „Das merkt niemand“, hätten die Filmleute gelacht.“Wenn wir am Morgen filmen und den Sonnenaufgang rückwärts reinflicken, dann sieht es nach einem Sonnenuntergang aus.“ Der Sonnenaufgang sah rückwärts abgespielt tatsächlich wie ein perfekter Sonnenuntergang aus. Nur flogen die Vögel in der Szene plötzlich rückwärts. Ron schüttelte sich beim Erzählen vor Lachen. Auch noch viele Jahre nach dem Filmdreh war ihm dieser „Unfall“ in bester Erinnerung.


Ron fragte auch uns, woher wir kämen. „Switzerland“, war unsere Antwort. „Hm“, meinte Ron, „ihr habt viele Berge und Seen, das ist fast wie in Neuseeland.“ Dann stutzte er und fragte:“Kann man tatsächlich in den Häusern in euren Bergdörfern wohnen?“ Jetzt waren wir daran, uns auszuschütten vor Lachen. Nicht alles ist bloss Kulisse wie Hobbiton oder Walt Disneyworld.
