39. Naturparks und australische Tierwelt

Lories

Mich begeistern die knuddeligen Koalas, die Kängurus, die fabenfrohen Kakadus… Australien ist voll Leben und scheint uns ursprünglicher und wilder zu sein als Europa. Beim Reisen hat man das Gefühl, um jede Ecke habe es einen weiteren eindrücklichen Natur-Park und jede nicht privat genutzte Fläche beherberge Einmaliges. Wir sind 17 Tage und Nächte mit dem Camper unterwegs und fahren dem berühmten Pacific Highway entlang von Port Douglas nach Sydney. Das ist nicht wirklich viel Zeit für die 2600 km lange Reise gerade auch darum, weil wir „Umwege“ machen etwa zu den Millaa Millaa Fällen, dem Burdekin Staudamm, den berühmten Surfplätze von Byron Bay, den Bananenplantagen um Coff‘ s Harbour (Big Banana) und vieles mehr. Wir wechseln fast jeden Tag den Standort, schauen uns das Gewünschte an, schlafen „schnell“ und schon geht es weiter. Mit dem Camper fühlt man sich der Natur weit näher als im Hotelzimmer. Noch nie haben wir einen so lustig-lärmigen Schlafort erlebt wie auf dem Land fernab von jeder Strasse in Millaa Millaa. Dort sind Zikaden daheim, die wie Lastwagen tönen, die rückwärts fahren. Das kommt zu den Geräuschen der „normalen“ Insekten hinzu, die ohrenbetäubend zirpen, klappern, und schreien. Es gibt Vögel, die alleine „zweistimmig“ pfeifen können. Es ist überwältigend. Und überall hüpfen in der Dämmerung Kröten, Unken und Frösche herum.

Glasshouse mountains
Burdekin Staudamm
Bei einem der Wasserfälle bei Millaa Millaa

Wir haben uns über diese Kakophonie gefreut. Angst haben wir kaum je. Wirklich gefürchtet haben wir uns nur, als ganz nah vor uns eine Giftotter über den sauber angelegten Wanderweg schnellte. Auf dem Zeltplatz in Crescent Head verschlang direkt über uns auf einer Palme eine Python ein Opossum. Dabei wurde uns erzählt, dass bereits 4 Meter lange Pythons Kinder herunterwürgen könnten. Es habe Fälle gegeben… Um bei ihrem Nachwuchs (und bei Touristen) Angst und Schrecken zu verbreiten, brauchen australische Eltern also keine Schmutzli- und Samichlausgeschichten.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass der Camper praktisch ist. Er führt wirklich in die Natur. Aber ein deutlich kleineres Modell hätte genügt. Es braucht einen Tauchsieder für den Morgenkaffee, abends Liegefläche für 2. Mehr nicht. Die meisten Campingplätze verfügen über Küche, Dusche/WC. Wir hatten im Camper selbst eine Küchenzeile, Liegefläche, Tischli, WC. Wir meinen: Viel zuviel.
Hier frisst die Pythonschlange im Zeltplatz ein Opossum. Sie frisst sich nach oben, ihr Maul ist der weisse Querstreifen.
Es hat viele Echsenarten. Edlef freundet sich hier gerade mit einem selbstbewussten Exemplar an.
Edlefs Freund von nahe
Känguru mit Jungtier im Beutel

„Wo sind denn die Kängurus?“ fragten wir uns. Wir haben so viele überfahrene Tiere auf der A1 gesehen, dass wir sicher wussten, dass es Wallabies und Kängurus in Mengen gibt. Aber wir hätten sie gerne lebendig in ihrem natürlichen Umfeld gesehen, statt als traurige Fleischklumpen auf der Strasse. Zuletzt resignierten wir und besuchten einen Zoo, um diesen Tieren näher zu kommen.

Die Kängurus im Zoo sind handzahm und nehmen gerne Futter aus der Hand an.

Damit die Pacific Road nicht ganze Lebensräume trennt, sind über der 4-spurigen Schnellstrasse schmale Hängebrücken für Tiere gespannt. Vor allem hat man an Koalas gedacht, aber auch an andere kleine Säugetiere.

Solche Hängebrücken führen über den viel befahrenen Pacific Highway. Man bestätigte uns, sie würden von den Tieren gut genutzt
Die furchtbaren Brände haben Spuren hinterlassen. Aber niemand redet mehr davon. Mit Macht grünt es wieder nach dem Regen