38. Das Great Barrier Reef

Das Great Barrier Reef ist 2300 km lang, umfasst Tausende von Lebewesen, viele von ihnen sind nur dort zu finden. Wir hatten bloss einen Tag zur Verfügung, um dieses Naturwunder kennen zu lernen. Unter den vielen Vorschriften, die Stephen, unser „Bad“-Zimmer Vermieter, aufgeschrieben hatte, stand auch, mit welchem Unternehmen wir das Great Barrier Reef zu buchen hätten. Das fanden wir zwar interessant, nahmen es aber keine Sekunde ernst. Zu einem Vermieter, der sein Badezimmer mit einem Bett anreichert und es dann als Zimmer anpreist, vertrauen wir nicht.

Alle Strände scheinen perfekt. Die verborgenen Strömungen, die vielen auch giftigen Quallen machen das freie Schwimmen im Nord-Osten von Australien unmöglich

Edlef und ich machten uns früh auf nach Port Douglas, um den Barrier Reef-Ausflug zu buchen. Als wir in Port Douglas ankamen, war noch kaum eine der vielen Anbieteragenturen geöffnet. Ein kleines Geschäft schon. Der Besitzer, ein älterer Herr, empfing uns jovial. Er sei mit einer Schweizerin verheiratet und fahre gerne Ski vom Ferienhaus aus von seiner Schwiegerfamilie in Arosa… Wir ahnten „Teures“ und tatsächlich, entsprach sein „Rundum-sorglos-im- Barrier-Reef-Paket“ einer anderen Finanzliga, als wir uns bewegen.

Badepool im Meer mit Quallenschutznetz

Wir haben uns über das Gespräch mit dem Fast-Schweizer gefreut, haben aber verschiedene Angebote miteinander verglichen und uns dann bei einer bezahlbaren Agentur mit Umweltverträglichkeitssiegel eingeschrieben. Die Schönheit der Meereswelt ist auch im Barrier Reef atemberaubend. Wir wurden auf einem grossen Schiff zu einem speziellen Ponton am äusseren Barrier Reef gefahren zusammen mit 150 anderen Touristen. Wir finden, solche offizielle „Schaufenster“ sind o.k., auch wenn sie wenig exklusiv scheinen. Es gelten strenge Regeln, die konsequent eingehalten werden. Abfälle werden nachhaltig entsorgt, die Boote werden nicht „wild“ geankert und zerstören dadurch ganz nebenbei kostbare Unterwasserwelten wie in den Philippinen. Es ist zwar wenig „bedeutungsvoll“, ein anonymes Nümmerchen unter vielen zu sein aber es ist für uns genug gut. Beim Schnorcheln am äusseren Reef trugen wir „Stingersuits“ und waren froh darum, als wir zwischen ganzen Quallenschwärmen hindurch schwammen. Wir sahen einen eleganten Riffhai, verschiedene Arten Wasserschildkröten. 700 Jahre alte, lebendige Korallenriffe wurden uns gezeigt und erklärt und eine fast unendliche Vielzahl kleiner Fische wimmelte um uns Menschen herum.

Magnetic Island

Auch wenn unser Ausflug nicht „exklusiv“ war, das gewaltige Leben im Meer ist so beeindruckend und wunderschön, dass man nur noch das eine will: zum Great Barriere Reef unbedingt Sorge tragen.