
Wenn man in der oben eingefügten Skizze bei der blauen Reiselinie Dauin einfügt, Iloilo dazu malt und Manila, entspricht diese Route unserer Reise in den Visayas. Die Reise lässt uns nachdenklich zurück. Die Inseln sind wunderschön, die Leute liebenswürdig und offen. Gleichzeitig aber sind Missbrauch und extreme Armut zu omnipräsent, als dass hier Ferien wirklich zum Genuss werden könnten. Wegschauen macht hoffnungslos, weil extreme Armut eine menschengemachte Katastrophe ist, welche erbarmungslos die Schwächsten immer am härtesten trifft. Ob bewusst oder unbewusst, diese Situation ist immer und überall Teil des Erlebten. Wir stegen nie in „besseren“ Hotels ab, vermieden aber auch Slums. Es gibt sovieles, das uns begeistert hat! Trotzdem fühlt es sich nicht gut an, als Tourist in Entwicklungsländern unterwegs zu sein. Wer Not sieht, soll aktiv dagegen handeln und die Menschen nicht einfach „betrachten“ als wäre man ein Besuchender in einem riesigen „Zolli“.



Das gesamte Gold- und Perlengeschäft ist in Händen von Muslimen. Angesprochen werden mögliche SchmuckkuferInnen von unverschleierten, kopftuchlosen Frauen. Aber diese sind nur die „Kundenjägerinnen“. Sie benennen den offiziellen Preis, aber im Moment des Geschäftsabschlusses wenden sie sich ans verborgene Innere der Bude. Dann späht eine tief verschleierte Frau hervor. Sie hat offensichtlich aus ihrem Versteck heraus mitgehört und gibt mit leisem Nicken ihr Einverständnis zum Deal oder flüstert der Angestellten ihre Bemerkungen zu. Mir macht eine derart getrennte Gesellschaft Sorgen. „Gute“ Frauen zeigen sich in der Öffentlichkeit nicht, die „schlechten“ müssen ihre Sprachrohre sein. Wenn ein Mann da ist, bestimmt er alles. Die muslimische Gesellschaft tritt Männer betont auf, diese sind sichtbar, selbstbewusst, bestimmt. Ihnen unterstellt sind die Frauen mit ihrem Shopping- und Teetrink-Ideal, ihrer Verantwortungsstellung beim Verkauf. Durch alles hindurch ist die für westliches Denken nicht verständliche Gehorsamsidee spürbar.