32. Der schlafende Riese wacht auf

Vulkan Taal in Batangas bricht aus, Bild 13.1.2020 (Photo aus Internet)

Nach 43 Jahren Ruhe hat der Vulkan Taal am 12.Januar ganz nahe bei Manila mit Eruptionen begonnen. Bereits sind 45’000 Menschen evakuiert worden. Man erwartet noch weit schlimmere Ausbrüche und die Flucht von insgesamt 200’000 Menschen. Experten warnen vor einem möglichen Tsunami. Alle hoffen, dass sich der „Riese“ wieder beruhigt. Inzwischen sind Schulen im betroffenen Gebiet geschlossen, der Flugverkehr in Manila ist stark eingeschränkt, Menschen packen ihren Besitz, um für den schlimmsten Fall vorbereitet zu sein, wer kann, besorgt sich Mundschutzmasken, um sich vor dem Staub zu schützen. Wie in einem Film kommt hier: „Schnitt“ der Realitäten. Diese Bilder sehen wir im TV, als wären wir in der Schweiz. Für die Einheimischen ist der Vulkanausbruch zwar ein Thema, aber es scheint nur eines unter vielen zu sein, die sie auf ihrem rund 7000- Inseln-Staat bewegen. Wir selbst sind zutiefst betroffen von der grossen Unsicherheit für so viele Familien. Aber auch uns geht es so wie den Philippinos, uns bewegen noch völlig andere Themen in dieser einmalig schönen Umgebung.

Pflanzen und Tierwelt sind erstaunlich. Hier einer der stark gefährdeten Tarsier (Koboldmaki) auf Bohol. Sie müssen streng geschützt werden vor Einheimischen und Touristen.

Als Touristen in den Visayas sind wir ohne weitere Einschränkung unterwegs. Wir haben soeben 3 Tage auf der „Hexeninsel“ Siquijor verbracht und es machte uns grossen Spass, die kleine Insel auf gemieteten Töffli zu umrunden. Jeder Wald, jeder Strand schien uns noch schöner als der letzte. Da viele Einheimische regelrecht Angst vor der „Hexeninsel“ haben und sie darum meiden, ist sie ursprünglicher und unverbauter geblieben als andere. Am Sonntag, dem 12.1. sind wir per Schiff weiter gereist auf die Zuckerrohrinsel Negros nach Dumaguete. Dumaguete ist der beschauliche Hauptort von Negros Oriental, berühmt für die Silliman University und deren 25’000 Studierenden.

Edlef mit „unseren“ beiden Töffli auf Siquijor

Uns hat das Programm der Universität zugunsten der gefährdeten, einheimischen Tierarten interessiert, etwa für das Visaya Warzenschwein, die „Visayan spotted deers“ und den kleinen Katzenleoparden. Auch ihr viel beachtetes, anthropologisches Museum zur Geschichte der Philippinen und zu den animistischen Überzeugungen, die in Siquijor lebendig sind, wollten wir kennenlernen.

Besuch im „Tropical Center“ zum Schutz gefährdeter Tierarten: Wir wurden gleich ab Empfang von 6 Studierenden begleitet. Es war begeisternd, wie motiviert sich diese 18-Jährigen für die gefährdeten Tiere einsetzen wollen. Es war ihr erster Tag in ihrem Zoologie-, bzw. Biologiestudium und sie hatten bereits die Aufgabe gefasst, Besuchende der Tierschutzstation zu begleiten. Wir waren ihre ersten „Schüler“. Etwas schmunzeln mussten wir doch. Sie wussten noch weniger, um welche Tiere es sich in den Käfigen handelte und ihre Eigenart als wir. Aber ihre Lieblinge, die Mitglieder der beiden letzten existierenden Warzenschweinfamilien kannten sie mit Namen, den Eber José mit dem wilden Haarbusch auf dem Kopf und sein elegantes Weibchen, Josefina.

Jose und seine Josefina
Visayan spottet deer, Weibchen

Das kleine Institut hat offensichtlich grosse Probleme. Es beginnt damit, dass es wirklich schwierig zu finden ist. Nur Dank gutwilliger Nachbarn, die uns durch ein Gewirr von engen Schmuddelgassen geführt haben, konnten wir es überhaupt orten. (Googlemaps führt hier in die Irre). Die Programme brauchen dringend Geld und offensichtlich auch Kompetenz. Etwa die Hälfte der Käfige sind, gerade für die Affen, qualvoll klein. Die Frage, wie und wo ausgewildert werden kann, ist für keine Tierart gelöst. Wir haben uns damit getröstet, dass vielleicht die Studierenden noch nicht genug Infos hatten?

Der Weg zum Institut
Der anonyme Eingang

Hinterlasse einen Kommentar