19. „Hello – I love you … !“

Das Schiff, mit dem wir von Siem Reap nach Ho Chi Minh City fuhren.

Die Reisegruppe besteht aus insgesamt 28 Personen. Sie kommen aus Australien, den USA und aus England. Wir sind die einzigen, deren Muttersprache nicht Englisch ist. Es gab keinerlei Vorstellungsdynamiken. Trotzdem wussten wir sehr schnell die Namen untereinander. Die meisten sind pensioniert. Gestern und heute gab es echte Touristenhotspots: Velofahren zu einer Ziegelbrennerei. Dort werden von Hand Backsteine hergestellt von Frauen und über 80- jährigen Männern. Da es eine harte, mühsame Arbeit ist, ist sie mit Sicherheit sehr schlecht bezahlt.

Wir erhielten Einblick in die dörfliche Produktion von Waren zum Verkauf an Einheimische und Besuchende: Eine Töpferin demonstrierte, wie sie Krüge ohne Töpferscheibe herstellt in perfekter Symetrie und ein Bauer erkärte uns, wie Palmwein gewonnen und Palmzucker produziert wird.

Die einfachen Ziegel werden mechanisch geformt
Ein Einheimischer demonstriert Touristen, wie Palmwein produziert wird
Per Ochsenkarren weiterfahren geht ganz langsam und gemütlich und wird in der Art vor allem für Touristen organisiert

Wir liessen uns von Ochsengespannen durch die Dörfer ruckeln, fast alle unserer Mit-Touristen holten sich den Segen eines buddisthischen Mönchs und zahlten dafür. Edlef und ich beobachteten die Segnung fast ein bisschen betreten: mit wieviel Sehnsucht viele unserer Mitreisenden auf den Mönch zukrochen, um wie verlangt, „respektvoll“ den Segen entgegen zu nehmen! Wer hätte das von all den Lehrern, Juristen, Ärzten und Krankenschwestern, Geschäftsleuten und bodenständigen Unternehmern gedacht?

Der Mönch segnet und erhält sein Geld

Und dann sind wir stundenlang auf einem Nebenfluss des Mekongs gefahren, an schwimmenden Dörfern vorbei und winkenden Kindern: I love you! Madam – Sir…! Hello.

Schwimmendes Dorf
Die Märkte sind farbenfroh und vieles, was angeboten wird, ist uns fremd
Kinder werden zur “ schwimmenden Schule“ gepaddelt.

18. Reisebeginn Siem Reap nach Ho Chi Minh City

Wir haben eine einzige, wirklich geführte Einheit gekauft für unser „Wanderjahr“. Eine wöchige Kreuzfahrt den Mekong River hinunter bis nach Saigon auf einem kleineren Schiff. Gestern abend war Besammlung und heute mussten wir um 4.00 Uhr aufstehen. Man müsse unbedingt die Türme von Angkor Wat im Licht der aufgehenden Sonne fotografieren, wenn sich die Kuppeln im vorgelagterten Weiher spiegeln würden!

Also ist die 16-köpfige Gruppe pünktlich losgefahren, hat sich in die lange Reihe der Touristen gestellt und brav photographieren lassen für die Eintrittskarte. Wir sind die kurze Strecke Siem Reap zu den Ruinen von Angkor Wat per Büslein gefahren und haben einiges über Angkor Wat erfahren. D.h. wir hätten es, wenn der Leiter nicht ausschliesslich nur zu den Leuten gesprochen hätte, die direkt neben ihm standen. Pech für jene, die etwas weiter entfernt waren. 1 Mio Menschen hätten im 12. Jhr im Umfeld von Angkor Wat gelebt. Rom, wie sich der Leiter nannte, machte ein klein wenig schadenfroh den Vergleich zu England: London habe zur gleichen Zeit nur 50’000 Bewohner gehabt. Heute aber seien sogar die Vietnamesen Kambodscha überlegen.

Büslein
Angkor Wat in der Morgendämmerung
Überall eindrückliche Reliefs
Dieses Bild ist das Resultat meines ersten Versuches, Edlef im gleichen Photo gleich mehrmals abzubilden. Ich bin ganz stolz darauf…es ist gelungen juhu!

Apsaras- traditionelle Tänzerinnen

Moderne „Apsaras“ beim Taschengeld Verdienen durch Tanzdarbietungen und als Photosujets für Touristen in Angkor Wat
KollegeschülerInnen beim Auftreten mit traditionellen Tänzen auf dem kleinen Flusskreuzfahrtschiff. Die Tanzkunst gilt als wichtiger Teil der Kultur.
Überall sind weibliche Gestalten in den Reliefs von Angkor Wat zu finden. Königinnen, Prinzessinnen, Apsaras.

Apsaras sind weibliche Wesen in der buddhistischen und hinduistischen Mythologie. Sie sind halb Götinnen, halb Mensch. In Erzählungen werden sie auch als Hüterinnen von Wasser und Nebel dargestellt und erinnern ein bisschen an Nymphen in der griechischen Mythologie.

Baumriesen im Tempel

Riesenbäume beim Tempel Ta Prohm.

Tetrameles Nudiflora gehört zu den Kürbisartigen.

Der buddhistische König Jayavarman Vll liess den Tempel im 12./13. Jahrhundert zum Gedenken an seine Mutter erbauen. Bis zu 80’000 Menschen sollen im Tempel und in der Blütezeit in seiner direkten Umgebung gelebt haben. Er beherbergte eine Universität und 260 Göttinnen und Götter wurden dort verehrt. Die vom buddhistischen König erbaute Anlage hat auch viele hinduistische Darstellungen und gilt als Beispiel des selbstverständlichen Synktretismus der Khmer.