29. Meet Nemo

Edlef springt mit Anlauf vom Boot
Überall sind Hähne vor den Häusern angebunden. Die grosse Leidenschaft der Männer hier sind Hahnenkämpfe und das damit verbundene Wetten. Die Philippinos erzählen von sich, dass der Mann eher seine Kampfhähne rette, wenn es brenne, als seine Frau und Kinder. Die Hähne werden mit Spezialfutter ernährt, shampooniert, mit Stolz ausgestellt und landen irgendwann im Kochtopf, wenn sie den Hahnenkampf verloren haben.

Moalboal ist berühmt für die Fische (Sardinenschwärme), die schöne White Beach und freundliche Menschen. Der Tourismus ist hier erst so richtig am Kommen. Das passt. Denn wir wollen einerseits nicht in überteuerten Touristenhochburgen logieren, gleichzeitig aber auch nicht etwas Ursprüngliches stören mit unserem Reisen. Der Charme des Aufbruchs und das Traditionelle existieren und entwickeln sich hier friedlich miteinander. Zu den touristischen Infrastrukturen gehören organisierte Schnorchelausflüge per Boot. „Super“, dachten wir und standen, wie geheissen, pünktlich um 5 Uhr morgens im Tourismusbüro im Städtchen. Wir bezahlten unsere Ökoabgaben und warteten auf weitere Touristen, um auf einem Boot hinausgefahren zu werden. Wir warteten fast 2 Stunden bis wir los konnten. Das indische Geschwisterpaar, das mit uns zusammen hinausgefahren wurde, war echt witzig. Sie ist Professorin für Soziologie in Dehli und konnte kein bisschen schwimmen. Trotzdem liess sie sich ins Wasser hieven und guckte fasziniert mit ihrer Leihtauchbrille ins Wasser. Ihr Bruder lebt seit 3 Jahren in den Philippinen und scheint das Leben einfach zu geniessen. Die Möglichkeiten hier in den Philippinen seien viel weiter entwickelt als in Indien, schwärmte er, und trotzdem sei alles günstig. Wir hüpften an verschiedenen Orten immer wieder ins Wasser und bestaunten die Wasserunterwelt. Riesenschildkröten schweben gemächlich am Meeresgrund entlang und „grasen“ wie seltsame Kühe, die flinken Schwarmfischchen (meet Nemo) und die doch etwas gfürchigen Wasserschlangen – alles paddelt, rudert, propellert und windet sich aneinander vorbei in einer für uns unglaublichlichen Welt.

Als wir vom Bootsausflug zurück kamen in unsere „Absteige“, erhielten wir den Bericht, dass wir nun doch auschecken dürften ohne die gesamte, gebuchte Zeit bezahlen zu müssen. Die Geschäftsführerin hatte mit ihrem Bruder in Dubai, er ist der Besitzer, telefoniert und er habe gesagt, es sei i.O. Uff. Das ist super.

Das ist ein Teil der Barriere zum Meer bei unserer 1. Bleibe. Am ersten Abend kroch eine gut 2 Meter lange, schwarze Schlange aus diesem sumpfigen Gestrüpp hervor und schlängelte sich über die Strasse. Da Nacht war, sahen wir sie erst im letzten Moment, wenig mehr als einen Meter vor uns.

Wir haben noch einen weiteren guten Bericht erhalten: Die Kirchenpflege Windisch hat uns in fairer Weise die Übergabe des Pfarrhauses bestätigt. Es wäre bitter gewesen, im Rechtsstreit auseinander zu gehen. Edlef liebt die Gemeinde von Herzen. Es hätte ihn hart getroffen.

Der neue Ort am Panagsama Beach ist für uns perfekt. Wieder wohnen wir in einem kleinen, bescheidenen Zimmerchen ohne TV, aber das Hotel bietet direkten Zugang zum Meer und das Beste von allem: unser Zimmer hat ein Balkönlein mit Meersicht!

Unterwegs zum neuen Ort mit Tricycle, Edlef hatte auch noch Platz in diesem Gefährt
Blick vom Balkönli. Wir sind einfach beglückt vom wechselnden Szenarium und der grossen Schönheit der Natur.

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