28. Moalboal

Schon lange freue ich mich auf die Schnorcheltage in Moalboal auf Cebu. Strahlend sind wir angereist. Die Adresse des Hostals war einfach zu finden. Dann aber wurde es kompliziert. Statt einer Angestellten an der Reception, die uns einen Schlüssel gegeben hätte, versteckte sich eine 7-Jährige im Eingangshüttlein und starrte uns ängstlich an. Nach verschiedenen Telefonaten kam ein junger, freundlicher Kerl und schloss uns ein kleines Zimmer auf, das ausser dem engen Doppelbett keinen Platz für einen Kasten oder Stuhl hatte. Da das (Loch?) Zimmerli zudem kein Fenster, sondern nur kleine Klappen hatte, sagte ich, ich würde mich weigern in diese Absteige einzuziehen. Da öffnete der Junge das Zimmer nebenan, wenigstens hatte es hier eine Stange für die Kleider und ein Fenster. Wir beschlossen, es „genug gut“ zu finden.

Moalboals Küste am Abend

„Gleich am Meer…“ stand in Booking.com in der Beschreibung zu lesen. Das stimmte, nur kann man das Meer weder sehen, noch gibt es einen Zugang. Eine sumpfige und teilweise zugepflasterte Front verhindert jede Verbindung. Wir waren wirklich enttäuscht. Pech“, dachten wir und marschierten der Hauptstrasse entlang in die kleine Stadt Moalboal. Dort erkundigten wir uns im Tourismusbüro nach den lokalen Möglichkeiten, fuhren in einem Tricyclo (Tuktuk) zur „Schnorchelküste“. Wegen der schlechten Lage des Hostals mieteten wir 2 uralte Velos zum Hin- und Herfahren. Sie hatten nur 1-Gang und waren schwer zum Treten. Aber wir dachten, Bewegung sei gesund und trampten unverdrossen auf den Rostlauben an den grinsenden Einheimischen vorbei zurück zum Hostal. Dort assen wir ein paar Früchte und versuchten, mit dem kaputten TV Nachtrichten zu schauen. Da brausten 4 junge Männer mit ihren Motorrädern heran. Sie stellten ihre Räder ab. Es war schnell wieder ruhig. Aber um 1 Uhr morgens kamen auch Frauen an und die Touristen begannen eine laute Party zu schmeissen mit Musik und begeistertem Gegröhle. Um 2 Uhr stolperten 2 der jungen Frauen sturzbesoffen in unser Zimmer und kotzten es voll, dann packten sie ihre Reisetaschen wieder und taumelten in ihr eigenes Zimmer. Eigentlich genügte mir das. Das Hostal hat uns als Fussgänger mit falschen Ortsveschreibungen angelockt, die abgebildete Terasse existierte nicht, wir konnten uns nicht sicher fühlen. Ich wollte nur noch weg aus dieser Absteige. Edlef ist geduldiger. So ein bisschen ausgehalten, hätte er es schon noch. Gerade er aber fand kurz darauf ein sehr schönes Hotel, kaum teurer und direkt am Strand mit dem erträumten Meerblick. Dazu liegt es genau dort, wo wir schnorcheln können. Wir informierten die Geschäftsführerin, dass wir das Zimmer frühzeitig wechseln würden. Sie schnaubte, wir sollten nur gehen, es gebe kein Geld zurück. Es war mir egal. Ich wollte nur noch weg. In solchen Fällen ist man als Individualtourist völlig ausgeliefert. Egal ob Vermieter das Blaue vom Himmel gelogen haben, die Buchung und die Zahlungsverpflichtung bleiben verbindlich. Zum Glück ist es keine teure Bleibe und der Verlust erträglich. Ärgerlich ist es trotzdem.

Es hatte immerhin 2 Räder…
Aussicht aus dem neuen Zimmerchen

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