Vor Jahren habe ich in Saigon das Wasserpuppentheater gesehen. Das war toll. Darum habe ich Edlef bearbeitet, er solle sich das Traditionsstück unbedingt ansehen. Nun war er vor der Weiterreise tatsächlich dort. Er kam begeistert zurück. Die Geschichte mit Helden und richtig feuerspeienden Drachen und einer Entenfamilie hat ihm gefallen und die kunstvoll gearbeiteten Figuren haben ihn beeindruckt. Es habe viele Touristen gehabt, aber keine Kinder. Schade. Ich selbst war noch ziemlich kaputt und ging nicht mit. Es tat gut, einfach im Hotelzimmer ausruhen zu können.


Wir flogen gestern pünktlich um 15.20 Uhr in Saigon ab und kamen nach einem ruhigen Flug in nur 3 1/2 Stunden in Manila an. Der Flughafen, d.h. die Umsteigemodalitäten waren verwirrend. Anders als von der Fluggesellschaft in Saigon gebrieft, mussten wir in Manila nicht zuerst unser Gepäck abholen, sondern zuerst bei der Immigration anstehen und unser Visum holen, dann zum Auslieferband rennen, die Koffern abholen, diese aus unerfindlichen Gründen zu einem gleichgültigen Beamten rollen, uns gleich wieder umdrehen und einem anderen Angestellten die Reisekoffern in die Hand drücken. Dieser klebte einen gelben Streifen über die anderen Zettel und legte die Koffern auf ein Lieferband. Nichts war angeschrieben, ohne unser Nachfragen hätten wir gar nicht merken können, was wir genau zu tun haben. Es gab bei all diesen Aktionen kein Papier, keinen Check, keine offizielle Ansagen, nichts. „Na ja“, dachten wir, „möge das gut gehen“. Und die Sucherei nach dem gut versteckten, nationalen Teil des Flughafens begann. Wir fragten uns bei Suppe essenden Mitarbeitenden, Putzfrauen und offiziell aussehenden Menschen durch – et voilà. Wir waren frühzeitig am Abfluggate nach Cebu. Wir waren besorgt, ob unsere Gepäckstücke auch wirklich ankommen würden? Alles klappte perfekt und um 1 Uhr morgens standen wir im Hotel in Cebu mit Sack und Pack und konnten schlafen. Etwas nachdenklich hat uns die Beobachtung gemacht, dass wir beide bei weitem die ältesten Reisenden waren auf dem Flug. Dafür hatte es mehrere Babies und Kleinkinder mit ihren Müttern. Gerade 60 vorbei und wir sind schon wirklich alt in dieser Gesellschaft. Seufz. Der „Lebenserwartungsrechner“ sagt uns noch rund 22 Jahre voraus. Das ist aus einer Gesamtperspektive her gesehen wenig und macht jedes Jahr kostbar.

Das Zimmerlein in Cebu ist winzig. Es hat genau Platz für ein Riesenbett und einen TV. Wir können uns knapp zwischen TV und Bett zum Ausgang hindurchquetschen. Aber für uns ist es o.k. Weihnachten hier zu feiern ist schon etwas seltsam. Keine Familie, kein Bäumlein, nichts. Aber wir können die Weihnachtsgeschichte lesen und in einen Gottesdienst gehen. Darauf freuen wir uns.

