25. Hoi An- schönste Stadt in Vietnam

Brücke in Hoi An mit Edlef

Zu den Folgen des Vietnamkrieges gehören die unwiderbringliche Zerstörung historischer Orte. Eine grosse Ausnahme dabei ist Hoi An. Das kleine 75 000 Seelenstädtchen im Süden von Hue ist berühmt wegen seiner gut erhaltenen Innenstadt und ist ganz auf Tourismus eingestellt. Überall hängen in der Innenstadt Lampione in allen Farben und in unterschiedlichen Formen. Die Touristen werden in Bötli herumgepaddelt, die mit Lampions geschmückt sind oder sie werden per Rikschavelos herumgefahren. Am Strassenrand stehen traditionell angezogene Fraueli herum, um den Touristen ihre Körbe über die Schultern zu hängen, in denen sie Waren transportieren. Das wollen sie abknipsen und dafür 10 Dollars einheimsen. (Wer so dumm ist und auf das Spiel hereinfällt…). Restaurants, Strassenküchen und Schneiderläden wechseln einander ab. In Hoi An gibt es autofreie Zonen in der Altstadt. Das ist ein ganz ungewohnter Luxus und wir freuen uns sehr darüber, uns für einmal nicht um Autos, Töffe, Sofas etc. herumwinden zu müssen, um ans Ziel zu kommen.

Edlef in der „Falle“.
Panoramaaufnahme

Reisen scheint uns nur solange schön, wie wir auch aktiv den Alltag und die verschiedenen Realitäten erfassen können. Sonst wird es schnell etwas fad. Das Leben rein phänomenologisch von aussen zu betrachten, ist nicht wirklich „unsere“ Sache. Um das ein bisschen zu korrigieren, haben wir uns in Hoi An in einen Lampionkurs eingeschrieben. Das alte Handwerk wird auf sympathische Weise von den Einheimischen an Touristen weitervermittelt. Erstaunlich viele Leute in jedem Alter nehmen an diesen Lektionen teil. Wir haben gemeinsam geleimt, gestreckt, gebogen. Fehl gehen konnte nichts und am Schluss wurde Applaus geklatscht für die neu entstandenen Lichterhüllen.

Die meisten Touristen in Hoi An kommen aus Südkorea und Australien neben recht wenigen Europäern und Nordamerikanern. In den Kursen nehmen keine Asiaten teil. Offensichtlich ist basteln nicht für alle gleich attraktiv. Für mich hat Handwerkliches viel mit Mittelschicht zu tun. Diese muss für den Alltag flicken, reparieren und kreieren können. Mittel- und Unterschicht muss sich auch billig bewegen können zu Fuss oder per Velo. Reiche lassen sich bedienen, lassen sich fahren, geben in Auftrag oder machen etwas Ausserordentliches, das längst nicht für alle möglich ist. Ich frage mich, ob für Asiaten Reisen eben doch vor allem Sache der Oberschicht ist und dementsprechend die Unterhaltung unterwegs auch weniger “ bäuerlich“ sein darf als für uns mittelständische Europäer?

Alles wird aus Bambus gefertigt. Diese sind unglaublich stabil und biegsam.

Das sind unsere beiden „Kunstwerke“