Wer reist, braucht Informationen, Zeit und Geld. Wir sind pensioniert und haben erstmals in unserem Leben unbeschränkt Zeit für uns. Wir finden ganz gemütlich heraus, welcher Rhythmus für uns am besten ist. Bis jetzt bewährt es sich, 3 Tage an einem Ort zu sein. 1. Tag ankommen, sich einrichten und orientieren, dann 2 Tage gezielte Ausflüge oder Aktivitäten unternehmen. Es ist wenig erstaunlich, dass es schwierig ist, ohne ein Land zu kennen, mit dem nötigen „Gschpüri“ zu planen. Das „Gschpüri“ entwickelt sich erst durch den Kontakt mit der Realität. Angelesene Informationen sind längst nicht immer eindeutig genug einzuordnen. Vor Ort ist es immer nochmals anders. Das weiss zwar jeder, es auszuhalten, nicht alles schon vorab gesichert zu haben, ist nicht ganz einfach. So legten wir zwar die Reise in groben Zügen schon vor rund 1 1/2 Jahren fest, wir entscheiden aber tatsächlich über die Details erst im Land selbst. Das geschieht nicht spontan sondern nach 3 Kriterien: 1. Ist es landestypisch? 2. Spassfaktor? 3.Kosten? Bis jetzt ist es uns damit sehr gut ergangen. Wir haben problemlos Kontakte und erhalten von den fast immer freundlichen Einheimischen gute Hinweise, werden auf Probleme und Chancen aufmerksam gemacht, die wir sonst gar nicht sähen. Wir lernen dabei vieles über Mentalität und Ansichten der Einheimischen kennen. Englisch und Französisch sind in Asien sehr hilfreich. Ohne Sprache gibt es keine Kommunikation. Vor kurzem warteten wir am Hosteleingang. Da stürmte eine grauhaarige Spanierin an den Desk und stellte auf spanisch ein paar Fragen. Als die Empfangsdame sie nur hilflos anstarrte, wiederholte sie ihre Frage wieder auf spanisch, nur lauter und deutlich verärgert… warf dann ihre Hände in die Luft und zetterte: „Mich versteht ja sowieso niemand!“ Bevor wir auch nur die leiseste Chance hatten, zu ihr zu gehen und sie zu übersetzen, stürmte sie davon. Es gibt Leute, bei denen hilft alles nichts. Wie um Himmels Willen denkt die Frau, kann sie ohne weitere Sprachkenntnisse und ohne Hilfe zu Informationen kommen?


Vor unserer Reise wurden wir immer wieder darauf angesprochen, wie „unglaublich teuer“ doch reisen sei. Kann. Aber es ist wie mit wohl allem, Budgettreue ist das A und O. Finanziell haben wir uns ein Kostendach gegeben. Wir geben pro Monat unterwegs nicht mehr als max. 2500.- CHF aus für beide zusammen inklusive Ausflüge, Essen, Übernachtungen, Anschaffungen. Bis und mit den Philippinen, also bis zum Februar 2020 ist dies ganz leicht einzuhalten. Das Leben hier ist sehr viel günstiger als in der Schweiz. Die Herausforderung kommt in Australien, Neuseeland und den USA. Da wir Langzeitreisende sind, können wir nicht einfach bei Freunden unterkommen. Mal sehen, was möglich ist.


