Diese eine Woche ist anders im Rhythmus, als wir es uns in Indien fast schon ein bisschen angewöhnt haben. Wir kamen jeweils am angepeilten Ort an, orientierten uns sofort, fädelten allfällige Sightseeings ein und ruhten dazwischen. Pro Ort brauchten wir rund 3 Tage. Wir haben sie ausgedehnt, wo es uns gefiel.
Sich ganz langsam mit einer Touristengruppe auf einem Schiff den Mekong hinunter zu bewegen, war absolut entspannend. Man muss überhaupt nichts tun oder wissen, als rechtzeitig einzusteigen. An interessanten Orten wurde gehalten, es warteten bereits FremdenführerInnen auf uns und immer wieder gab es freundliche Gespräche mit den Mitreisenden. Es gab auch Ärger: die meisten Fremdenführer sind schlecht ausgebildet, wissen wenig, bettelten verstohlen um Geld für sich und redeten bei einer Gruppe von 28 Personen so, dass nur die vordersten 5 das Gesagte akustisch überhaupt mitkriegten, dazu hatten sie Akzente, die schwierig zum Verstehen sind und sie machten viele Englischfehler. Im Grossen und Ganzen aber war alles im Rahmen.
Immer ist das Wasser des Mekong tiefbraun und überall sind Abfälle am Mitschwimmen: Am Ufer sammeln sie sich in „Kurven“, vor den Häusern, bei Anlegestellen. Auch hier gilt, die Wohnregion sagt aus, wie wohlhabend die Familie ist. Wegen der Überschwemmungen und des Schmutzes leben die Ärmsten direkt auf dem Fluss in schäbigen Hausbooten, einfache Menschen direkt am Fluss und die Reicheren sind am Hügel daheim.


Wir werden zu vielen buddhistischen Klöstern gebracht, aber zu keiner Kirche oder Moschee. Die Führer betonten die grosse Vergangenheit, von der wir (ausser vom Schreckensregime des Pol Pot) nur vernahmen, dass sie die Vergangenheit stolz mache. Gestern sahen wir zu beim Pop-Reis Machen und hörten von der heilsamen Wirkung von echtem Schlangenreisschnaps. Da dieser so begehrt sei, würde es fast keine Schlangen mehr geben und man müsse die Tiere auf Schlangenfarmen züchten. Heute waren wir bei einem stehenden, einem sitzenden und einem liegenden Riesenbuddha.



Dann fuhren wir auf zwei Inselchen. Auf der einen konnte man einen riesigen Python herumtragen (das arme Vieh bewegte sich kaum und wurde in einem ganz kleinen Käfig gehalten), vorher und nachher wurden wir durch enge Kanäle gepaddelt.


Wir degustierten verschiedene Früchte und besuchten eine Bienenfarm. Dann fuhren wir auf eine Mittagess-Insel. Hin und wieder verstanden wir etwas von dem, was die Touristenführerin (die Frau eines Freundes des Reiseleiters) erklärte.

Edlef hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine WhatsApp Gruppe einzurichten zum Austauschen von Photos. Alle sind beigetreten und die Phöteli können zirkulieren. Der Reiseleiter war damit überfordert und für Edlef ist dies wirklich ein „Klacks“. Die Schwierigkeit lag nicht im Technischen, sondern im geduldigen Erklären und respektvollen Nachfragen.