Edlef schreibt: Der Mahatma (grosse Seele) ist auf jeder einzelnen Banknote jeglichen Wertes abgebildet und auch sonst hochverehrt und allgegenwärtig als „Vater der Nation“. Am 2.10. war sein 150. Geburtstag. Als er sich in den 1890er Jahren in London zum Staatsanwalt ausbilden liess, schrieb er einmal, dass in Indien 25 Mio Leute lebten; heute, 130 Jahre später, sind es 50mal so viele!
Wir haben heute das „Haus eines Freundes“ besucht, wo er in Bombay damals wohnte. Sehenswerte Ausstellung mit Lebenslauf, Originalbibliothek und -bett und in Kästen nachgebildete Schlüsselszenen aus seinem Leben – gut gemacht.

Sein Vorbild der Gewaltlosigkeit und zivilen Ungehorsams, welches das Weltreich England in die Knie zwang, ist ein Lehrstück darüber, was mit Ideen, Symbolhandlungen und Einsatz des ganzen Lebens menschenmöglich ist. Eine Jahrhundertpersönlichkeit, auch von zentralen Sätzen der Bergpredigt Jesu geprägt. Mehrmals hat er entscheidende Fortschritte nur erzielen können, indem er ein „Fasten bis zum Tod“ anfing, und die Menschen, nur um ihn nicht sterben zu lassen, über ihren Schatten gesprungen sind.
Obwohl er durch ein solches Fasten die Gleichberechtigung der Dalit (damals Unberührbare genannt) durchsetzte, verehren diese einen anderen Mann der damaligen Zeit noch etwas mehr, nämlich einen von ihnen, der noch weiter als Gandhi gehen wollte, Dr. Ambedkar.
Heute scheinen internationale Konzerne die Entwicklung zur Anerkennung der Kastenlosen entscheidend voranzubringen, denn sie setzen die schon lange bestehenden Gesetze über Quoten für Dalits auch tatsächlich um, im Gegensatz zu einheimischen Konzernen.