7. Indischer Alltag in Thrissur

Berühmt ist Thrissur für die spektakulären Feste, den hinduistischen Riesentempel und die grosse Schule, wo indischer Tanz und Musik unterrichtet werden. In den Tempel darf man nicht, ausser man ist Hindu. Religion scheint omnipräsent zu sein, nicht nur wegen des Hindutempels und den Pilgern, sondern auch wegen der muslimischen Gebetsrufe und die weitherum sichtbaren Türme der 3.-grössten Kirche Indiens mit ihrem „Bibletower“. Wir sind hinaufgestiegen und wurden mit einer tollen Aussicht belohnt. Die paar Bibeln in verschiedenen Sprachen und neueren Datums, die zur Besichtigung hinter Glas liegen, beeindrucken wenig.

Da wir hier zuviel Zeit eingeplant haben, habe ich meine Haare hennarot gefärbt. Das dauerte eine gefühlte Ewigkeit und das Resultat war ein schreiendes „Quitschorange“. Das habe ich dann im Hotel und mit Noniöl dunkler gemacht. Edlef muss nun mit einer alten, quitschorange-schwarz gestreiften Frau herumspazieren. Er fällt mit seiner Grösse sowieso schon auf. Wenn schon auffallen, denn schon. Er findet es amüsant.

Aussicht auf Basilika Lady of Dolours in Thrissur.

Der Thrissuralltag hiess für uns in den Gässlein herumlaufen, hin und wieder ein Tuktuk für 30 Rappen nehmen, schauen, selbst beobachtet werden, also etwas – hm – langweilig. Anders erlebt es Edlef. Er ist begeistert, er nimmt Thrissur als Chance wahr, den Alltag der Inder zu beobachten.

Heute haben wir uns einen Führer genommen. Er arrangierte für uns einen Besuch in einer berühmten Schule für hinduistische Traditionen, Tänze und Musik. Sie liegt direkt ausserhalb von Thrissur. Wir hatten Glück und konnten am Vorabend der Feier des Geburtstages ihres Gründers die Vorbereitungen und eine eindrückliche Vorführung aus der Mahabharata miterleben. Toll war es, auch in die verschiedenen Schulräume hineinsehen zu können und den angehenden Musikern, aber auch den Künstlern für traditionelle Schminkkunst zuzuschauen und zuzuhören.

Zukünftige Visagisten üben auf Tontöpfen
Elefant vor dem Tempel wartet und wartet und wartet….

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