2. Reiseland Indien

In Indien leben offiziell 2% Christen und Christinnen. Die grösste Konfession ist die katholische Kirche. Besonders die orthodoxe Kirche in Kerala engagiert sich für die Dalit. Ihr Schicksal interessiert auch die CWME stark. Darum sind ein Podium zum Thema und ein Treffen mit Dalitaktivisten angesetzt. Dalit heisst übersetzt „die Zerbrochenen“. Sie gelten als kastenlos. „Wir werden in den heiligen Schriften des Hinduismus als „Schweine“ beschrieben, ja, als weniger wert als Tiere,“ erklärt Dr. John während seines Referates im Podium. „Wir werden selbstverständlich diskriminiert-es gehört sich einfach so in der Kastengesellschaft.“ Und er führt haarsträubende Beispiele auf.

Anschliessend ans Podium besuchen wir eine Landbesetzung durch enteignete Dalits. Seit 2012 leben dort 600 Familien. Alles ist ihnen verboten. So dürfen sie nichts anpflanzen, keine Elektrizität benützen, keine Kanalisation haben. Am Anfang der verzweifelten Landbesetzung durften auch ihre Kinder nicht zur Schule.

Podium zu Dalitfragen mit Vertretern der Dalit und der Kirchen
Claudia, Dr.S.John, Margarita de la Torre, Pressevertreter
Landbesetzung Dalits
Trotz elenden Wohnverhältnissen ist alles überraschend sauber und geordnet. Es gibt keinen Gestank. Keinen Abfall. Die Bewegung lehnt Gewalt ab. Die Anhänger verschiedener Religionen treffen sich regelmässig zum gemeinsamen Gebet.
„Eigentlich,“ so sinnierte der orthodoxe Bischof George (er ist unser Gastgeber) „müsste man Ländereien vor allem Dalits geben. Unter ihrer Pflege erblüht die Erde und mit minimalsten Eingriffen in die Umwelt erarbeiten sie sich ihren Unterhalt.“ Bischof George weiss, wovon er redet. Er setzt sich als Metropolit der orthodoxen Kirche in Kerala für die Schwächsten ein, aber auch für den Umweltschutz. U.a. ist er persönlich für 6 Kinderheime für Kinder mit schweren körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen verantwortlich. Viele seiner Schützlinge sind mit Behinderungen zur Welt gekommen, weil ihre Mütter während der Schwangerschaft in Monokulturen arbeiteten, die schädlichste Herbizide anwendeten.
Bischof George im Handarbeitsatelier
Rollstuhl für die Schwerstbehinderten
Kochen für die Kinder und Jugendlichen.

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