Packen, räumen, packen, räumen…das prägt meinen Alltag von morgen früh bis spät abends. (Edlef wird seinen Teil selbst beschreiben). Nicht nur Edlef hat sein Pfarramt übergeben, auch ich habe meine Arbeit in Mission 21 abgeschlossen. Abschliessen bedeutet nicht nur der Abschied von faszinierenden Arbeitslinien und Routinen, welche einfach zur Leitungsarbeit gehören, sondern auch die persönlicher geprägten Engagements. Dazu gehört die gezielte Förderung und Weiterentwicklung der Traumaarbeiten für Verfolgte in Nordnigeria, Nothilfe, Advocacy, wie sie für die Missionsarbeit typisch ist, weltweites, frauentheologisches Arbeiten etc. Nachhaltige Übergabe geht nicht schnell. So habe ich seit 1 1/2 Jahren Themen kontinuierlich gebündelt und übergeben. Mit meinem Nachfolger, Jochen Kirsch, hat die Mission einen Glückstreffer gelandet. Er ist optimal dafür geeignet, die Mission in die Zukunft zu leiten.


Nun, Ende Oktober 2019, ist alles übergeben. Wir haben noch genau 2 Köfferli und je ein kleines Handgepäck zur Verfügung. Der Vorteil ist, wir können das ganze Gepäck noch gut selbst tragen. Der Nachteil: es ist wirklich sehr wenig.

Edlef und ich haben unsere Reiseplanung entsprechend angepasst und reisten vorsichtig zwei Tage früher an. Synchronübersetzung mit einem Jetlag ist nicht leistbar.
Wir Mitglieder der CWME arbeiten seit dem Welttreffen in Busan 2013 zusammen und haben es gelernt, einander zu schätzen, egal ob Professor, Metropolitan, Direktorin, Sozialtheologin oder was auch immer. Die theologische Expertengruppe setzt sich insgesamt aus 16 Personen aus 16 Ländern und 16 verschiedenen Konfessionen zusammen. In Cochi arbeiten wir an den Dokumenten weiter für das kommende Welttreffen des WCC in Karlsruhe 2021. Ich sehe meine Aufgabe darin, eine Stimme der Schweizer Reformation zu sein und mich dafür einzusetzen, dass die völlig weggelassenen Resultate der Frauenkonferenz von Arusha 2018 in den neuen Dokumenten berücksichtigt werden. Die Frauenkonferenz von Arusha fordert für Frauen einen besseren Zugang zu theologischer Ausbildung und zu den kirchlichen Ämtern, sie will auch für Frauen die normalen Menschenrechte (UN 1948) verwirklicht sehen. Dabei sollen die Kirchen den Staaten und Religionsgemeinschaften auf die Finger schauen. Das ist nicht zuviel, wenn man davon ausgeht, dass auch Frauen im vollen Sinn des Wortes Menschen sind.